Archiv für September 2010

Einladung zum Aktionstag gegen das Jobcenter Neukölln

01.10. Aktionstag am Jobcenter Neukölln, Eingang Mainzer Straße
Kundgebung und Aktionen: ab 9 Uhr,
Demo: 12 Uhr

Zusammen besuchen wir eines der miesesten JobCenter Berlins und errichten dort ein temporäres soziales Zentrum. Wir wollen unserer Überzeugung Ausdruck verleihen, dass ein existenzsicherndes Einkommen ein Recht ist, das allen zusteht. Beim Aktionstag wollen wir uns darüber austauschen, wie wir uns gemeinsam gegen das Jobcenter wehren können. Wir wollen miteinander solidarisch sein: Initiativen wie „Keiner muss allein zum Amt!“ stellen sich vor und bieten Unterstützung und Begleitung zu Terminen an.

Außerdem soll am Aktionstag der/die fieseste Sachbearbeiter/in des Jobcenters gekürt werden: Sachbearbeiter/innen werden dazu angehalten, zu kürzen und zu sanktionieren. Dies führt regelmäßig zu einer respektlosen und menschenunwürdigen Behandlung der Erwerbslosen. Wir drehen den Spieß um. Das Angebot, die SachbearbeiterInnen zu bewerten, erfreut sich großer Beliebtheit, das Ergebnis wird beim Aktionstag bekannt gegeben.


Berlin On Sale

Pressemitteilung zur SachbearbeiterInnenbewertung

Pressemitteilung

Berlin, 26.08.2010

Polizei und Jobcenter Hand in Hand gegen Erwerbslosenproteste

Seit einigen Wochen führt die Initiative Zusammen! Gegen das Jobcenter Neukölln an diesem eine Untersuchung durch. Im Rahmen dessen bewerten die so genannten „KundInnen“ des JobCenters Neukölln die Arbeit der SachbearbeiterInnen des JobCenters. Dies geschieht vor dem JobCenter auf einer Tafel. Die Bewertung findet in Form von Schulnoten statt, zur Erläuterung werden Kommentare verfasst, um so die Situation vor Ort sichtbar für alle darzustellen. Auch die SachbearbeiterInnen selbst sind oft interessiert, was Ihre KundInnen von ihrer Arbeit halten?. Bereits diesen Montag Vormittag interessierte sich zunächst auch der Sicherheitsdienst des JobCenters für die SachbeabeiterInnenbewertung, er fotografierte die Stellwand, auf dem die Namen und die Bewertung der SachbearbeiterInnen stehen. Am Donnerstag nahm die Berliner Polizei die Personalien der Menschen auf, die die Stellwand betreuten. Laut ihren Angaben verstosse diese Untersuchung gegen Datenschutzbestimmungen und stelle einen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der MitarbeiterInnen des JobCenters dar.

„Diese Kriminalisierung unserer Untersuchung ist ein Skandal, täglich werden Tausende Erwerbslose von MitarbeiterInnen des JobCenters bewertet, viel Geld gibt die Agentur für Arbeit zur Erforschung der Situation von Erwerbslosen aus. Erwerbslose werden entwürdigt, stigmatisiert und nur als Kostenfaktor respektlos behandelt. Wenn jetzt eine Untersuchung zur Arbeit der Jobenter MitarbeiterInnen durch die Erwerbslosen unterbunden werden soll, zeigt es nur, dass es dem JobCenter selbst nicht um eine gute Zusammenarbeit zwischen Ihnen und Ihren KundInnen geht, es liegt dem Jobenter scheinbar auch nicht darum vernünftige Arbeit zu leisten, das JobCenter will lieber geheim halten, statt sich öffentlichen Untersuchungen und Kritik zu stellen, wir lassen das nicht zu und ermutigen alle Erwerbslosen an unserer Untersuchung teilzunehmen.“, sagte Philip Stein von der Initiative. Auch das Aussprechen eines Hausverbots für einige Mitglieder der Initiative durch die Leitung des JobCenters schüchtert die Initiative nicht ein.

Am Freitag den 1.Oktober soll vor dem JobCenter Neukölln in der Mainzer Str. 27 (U-Bhf. Boddinstr.) der/die Kundenunfreundlichste Sachbearbeiter In zwischen 9 und 12 Uhr gekürt werden.