Zu Besuch in Chemnitz: 20.11. Vortrag und Diskussion – Die Militante Untersuchung am Jobcenter Berlin-Neukölln

Chemnitz: Zusammen! gegen das Jobcenter.
Vortrag und Diskussion über die Militante Untersuchung
am Jobcenter Berlin-Neukölln

Am Jobcenter Neukölln kommen die Leute zusammen: alte und junge, Leute mit Doktortitel und ohne Hauptschulabschluss, hier aufgewachsene und neu hinzugezogene. Das Jobcenter ist der größte Brötchengeber in Neukölln, der Ort an den alle kommen. Durch die Massenerwerbslosigkeit werden alle irgendwie gleichgemacht, und doch als einzelner „Fall“, scheinbar völlig individualisiert behandelt. An der Rückseite einer Einkaufspassage im Zentrum des Stadtteils untergebracht, verfügt das Jobcenter offiziell über 750 Beschäftigte. Allerdings beschäftigt es in gewisser Weise auch die 80.000 Menschen, die über das Jobcenter ihr Einkommen beziehen; in einem Bezirk mit 310.000 Einwohner_innen. Dazu kommen die, die selbst erwerbslos waren oder es bald sein werden, Erwerbslose im Freundeskreis und der Familie, der kleine Laden um die Ecke, der nur durch Hartz-IV Aufstockung überleben kann usw. Das Jobcenter muss eine immense Bedeutung in diesem Bezirk haben, eine ziemliche Macht. Für unsere Einkommen hier entspricht es der Bedeutung, die VW in Wolfsburg oder FIAT in Turin haben, oder zumindest mal hatten. Dieses Jobcenter erscheint wie eine seltsame Art derzeitiger Fabriken, als der Ort, an den wir hingehen müssen, um Geld zu kriegen und als der Ort, durch den wir diszipliniert, überwacht, organisiert und verwaltet werden.

Wir haben angefangen mit vielen Menschen darüber zu reden, was das Jobcenter mit uns macht und wie wir das ändern können. Zum Jobcenter müssen wir einzeln, aber unsere Rechte können wir nur gemeinsam durchsetzen. Es ist genug für alle da! Zusammen gegen das Jobcenter Neukölln.

Dienstag, 20.11.2012, 19 Uhr
Kompott, Leipziger Str. 3, 09113 Chemnitz